Büste »Carl August, Großherzog Sachsen-Weimar-Eisenach« von Johann Peter Kaufmann, 1818

Ilja Streit · Restauratoren

31. Dezember 2018

Was für ein spannendes und ereignisreiches Jahr 2018

Adieu Rosenhof – Willkommen Notenbank!
Im September sind wir umgezogen und das war offensichtlich eine gute Entscheidung. Es ist kleiner aber feiner und wir fühlen uns sehr wohl.

Den größten Teil des Jahres 2018 waren wir mit nur einem Projekt beschäftigt. Der Restaurierung der Plastik EVA von Auguste Rodin aus dem Foyer der Bauhaus-Universität Weimar. Als interdisziplinäres Team von Restauratoren und Restauratorinnen konnten wir die komplexen Herausforderungen bewältigen. Wir haben unter anderem zwei EVAs in 3D digitalisiert, anhand der Daten die Schäden analysiert, die Rückformung geplant und auch erfolgreich umgesetzt. Mit den neu erlernten Technologien konnten wir durch 3D-Modelling und 3D-Druck die beschädigte Schulter rekonstruieren. Die Dokumentation unserer konservatorischen und restauratorischen Behandlungen erfolgt erstmals auch noch zusätzlich als 3D-Kartierung. Pünktlich zum Jahresende konnten wir EVA wieder auf ihren Sockel im Foyer der Bauhaus-Universität Weimar stellen und uns gemeinsam mit sehr vielen freuen.

Die Digitalisierung und Visualisierung von Kunst- und Kulturgut macht uns Spaß. Es ist unfassbar, was mit diesen modernen Technologien plötzlich alles möglich wird. Wir finden dies so spannend, dass wir beschlossen haben uns in Zukunft damit intensiver zu beschäftigen und haben dafür eine neue Firma namens digitus.art gegründet. Die 3D-Digitalisierung und Visualisierung praktizieren wir bereits. Für die besonderen Herausforderungen der Objektfotografie für die Digitalisierung und den 3D-Druck konnten wir Partner „ins Boot“ holen. Aktuell entwickeln bzw. verbessern wir unsere Kompetenzen in der Visualisierung und Animation. Es gibt noch viel zu tun.

Eins unser weiteren Projekte ist die Onlineplattform www.restauratoren.info, eine unabhängige Datenbank zur Kontaktaufnahme zu Restauratoren und Restauratorinnen mit dem Ziel die berufliche Tätigkeit zu unterstützen. Die Website ist seit Mitte des Jahres online und es melden sich immer mehr Kolleginnen und Kollegen an um bei dem Netzwerk mitzumachen.

Auch sehr interessant und spannend war die Rundreise durch Siebenbürgen und seinen Kirchenburgen im April. Zum Abschluss unseres berufsbegleitenden Zweitstudiums, dem Masterstudiengang „Schutz europäischer Kulturgüter / Strategies for European Cultural Heritage“ an der Europa-Universität Viadrina, reisten wir mit unserem Professor und den Kommilitonen nach Rumänien und blickten über den Tellerrand hinaus.

Das Unangenehme zum Schluss: Der nun bereits mehrere Jahre andauernde Rechtsstreit mit einer Sozialkasse welche der Auffassung ist, dass unsere Tätigkeiten dem Handwerk vorbehalten sind, und wir diese nicht mehr ausführen dürfen, hat uns auch in diesem Jahr gut beschäftigt.

und 2019?
Kann kommen! Wir haben viel vor. ;-)


12. Dezember 2018

»EVA« welcome home!

Endlich, nach 1039 Tagen, ist Eva zurück.
Sie steht nun wieder auf ihrem Sockel.
Nach vielen vielen Arbeitsstunden freuen wir uns wie verückt, sie heute Abend wieder an ihrem angestammten Platz, dem Treppenauge im Foyer der Bauhaus-Universität, bewundern zu können.


25. November 2018

„EVA steht kurz vor ihrer Rückkehr“ – der Beitrag im MDR Thüringen Journal über EVA

Neulich besuchte mich ein Fernsehteam des MDR. Das war spannend! Alle schauten mich an und redeten über meine Genesung, aber das kenne ich ja. Und jetzt bin sogar im Fernsehen! Bald darf ich dann wieder auf meinen Sockel und kann mich von noch viel mehr Menschen bewundern lassen. Ich freu mich schon.
Eure EVA

Link zur Mediathek: Thüringen Journal des MDR vom 25.11.2018