Büste »Carl Alexander, Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach« von Karl Adolf von Donndorf, 1902

Ilja Streit · Restauratoren

04. März 2020

3D-Digitalisierung des Geleitbrunnens in Weimar

Der Geleitbrunnen an der Ecke Geleitstraße / Eisfeld zählt zu den schönsten Brunnen in der historischen Innenstadt Weimars. Ein bekröntes Monogramm erinnert an die Stifterin Großherzogin Maria Pawlowna, die den Sandsteinbrunnen mit dem markanten ovalen Becken der Stadt Weimar neben fünf anderen Brunnen geschenkt hatte. Er wurde 1847 errichtet und ziert seitdem den kleinen Vorplatz am historischen Geleithaus.

Das Brunnenbecken und die Brunnensäule sind stark geschädigt. Im Rahmen einer Notsicherung wurde die Brunnensäule bereits demontiert. Die dringend notwendige konservatorische und restauratorische Behandlung des Denkmals ist in Planung.

Als Dokumentation des aktuellen Zustandes haben wir mit digitus.art das Denkmal digitalisiert. Die gewonnen 3D-Daten (Digitalisat) enthalten neben den Form des Objektes (Punktwolken und hochauflösend texturiertes Oberflächenmodell in Fotoqualität) auch die genaue Position im Raum (Vermessung + GPS) und ermöglichen somit eine Dokumentation und Archivierung (Präventive Konservierung) des aktuellen Bestandes. Der Informationsgehalt wird konserviert.

Im Zuge der Konservierung und Restaurierung wird sich der Brunnen längere Zeit nicht an seinem Standort befinden.

Durch die Präsentation des gewonnenen 3D-Modells als interaktive Visualisierung im Internet ist der Geleitbrunnen aber auch weiter Interessierten unabhängig von Ort und Zeit zugänglich.

Zur 3D-Visualisierung des Geleitbrunnens auf digitus.art


06. Dezember 2019

Das Epitaph für Hans Ziegler – ein Schmuckstück mit Renaissance Polychromie

Im Jahr 2016 erhielten wir durch die Kaufmannsgemeinde in Erfurt den Auftrag, das Renaissance Epitaph für Hans Ziegler von 1584 zu untersuchen. Dabei fanden wir heraus, dass auf dem Sandsteinepitaph aus der Erfurter Bildhauerwerkstatt Hans Friedemann, die Farbfassung der Renaissance erhalten ist. Bereits im 19. Jahrhundert erfolgten verschiedene Eingriffe in den Bestand. Vierungen wurden eingebaut, Stifterfiguren, Wappen und Schriftfelder überfasst und Profile sowie Ornamente neu vergoldet.
Zum Zeitpunkt der Untersuchung war der Gesamteindruck des Epitaphs von einer kontrastarmen und undifferenzierten, wie von einem grauen Schleier verhangenen Farbigkeit, dominiert. Die Bleiweißfassung war vollständig verschwärzt.

Im Rahmen der konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen konnte die über die Jahrhunderte verschwärzte Bleiweißfassung gereinigt werden. Die im 19. Jahrhundert überfassten Wappen wurden freigelegt und in ihrer heraldisch korrekten Farbigkeit wiederhergestellt. Im Bereich der Schriftfelder erfolgte die Rekonstruktion der ursprünglichen blauen Farbigkeit mittels Punktretuschen.
Die differenzierte, polychrome Farbgestaltung des Epitaphs ist heute, nach Abschluss der konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen wieder in der Kaufmannskirche erlebbar.
Wir freuen uns über das Ergebnis und die schöne Zeit bei den Arbeiten vor Ort.


13. Juni 2019

BTHVN 2020 – Kopien der Beethoven-Masken für die museale Präsentation

Für die Sonderausstellung zum 250. Geburtstag Beethovens BTHVN2020 im nächsten Jahr, haben wir die Totenmaske aus dem Bestand der Klassik Stiftung Weimar und die Lebendmaske aus dem Beethoven-Haus Bonn berührungslos digitalisiert, gedruckt, abgeformt, in Gips gegossen und anschließend für die museale Präsentation im Beethoven-Haus farbig gefasst. Besucher können zukünftig somit die Lebend- und die Totenmaske betrachten und vergleichen. Außerdem wurde ein Tastmodell der Lebendmaske für die Bundeskunsthalle in Bonn angefertigt.